
Wenn am Abend des 31. Oktober Lichter durch die Telgter Altstadt ziehen, findet das Wallfahrtsjahr 2026 seinen feierlichen Abschluss. Seit Generationen kommen Pilgerinnen und Pilger nach Telgte, um vor dem Gnadenbild der Schmerzhaften Muttergottes zu beten, Dank auszusprechen oder Trost zu suchen. Das diesjährige Leitwort lautet „Raum geben“.
Eine Wallfahrtsgeschichte mit langer Tradition
Die religiöse Geschichte Telgtes reicht weit zurück. Die Verehrung der Schmerzhaften Muttergottes ist seit dem Mittelalter mit dem Ort verbunden. Bereits 1348 wird die Liebfrauengilde urkundlich erwähnt.
Im 17. Jahrhundert erhielt die Wallfahrt entscheidende Impulse: 1651 genehmigte Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen große Wallfahrten aus Münster und Warendorf. 1654 legte er den Grundstein für die heutige Wallfahrtskapelle; 1657 wurde sie geweiht. Bis heute prägt die Marienwallfahrt Telgte.

„Raum geben“ – das Leitwort 2026
Das Leitwort lädt dazu ein, Menschen und ihren Anliegen Raum zu geben: der Freude ebenso wie der Sorge, der Begegnung ebenso wie der Stille. Die Wallfahrt ist damit nicht nur der Weg zu einem religiösen Ort, sondern auch eine Gelegenheit, innezuhalten und Gemeinschaft zu erleben.
Der Deutsche Orden und Hochmeister Frank Bayard
Ein besonderer Gast gestaltet den diesjährigen Abschluss: Frank Bayard, Hochmeister des Deutschen Ordens. Er wird in der Propsteikirche St. Clemens die Festmesse zelebrieren und die Festpredigt halten.
Der Deutsche Orden ist eine katholische Ordensgemeinschaft mit Wurzeln im späten 12. Jahrhundert. Die Marienverehrung verbindet ihn in religiöser Hinsicht mit dem Anliegen der Telgter Wallfahrt. Eine jahrhundertealte institutionelle Verbindung zur Telgter Wallfahrt ist damit jedoch nicht belegt.

Wenn die Lichter durch Telgte ziehen
Die Lichterprozession gehört zu den besonders sichtbaren Momenten des Wallfahrtsabschlusses. Kerzen, Gebete und Musik begleiten die Gläubigen durch die Altstadt. Historische Aufnahmen zeigen, wie die Prozession das Stadtbild rund um die Wallfahrtskapelle prägt.

Der Wallfahrtsabschluss am 31. Oktober
Am Samstag, 31. Oktober 2026, um 17 Uhr beginnt die Festmesse in der Propsteikirche St. Clemens. Zelebrant und Festprediger ist Hochmeister Frank Bayard.
Im Anschluss startet gegen 18:30 Uhr eine kurze Lichterprozession mit dem Gnadenbild. Der bestätigte Weg führt von St. Clemens über den Kardinal-von-Galen-Platz, die Kapellenstraße, Münsterstraße und Mühlenstraße zurück über den Kardinal-von-Galen-Platz zur Kirche.
Die musikalische Begleitung übernimmt der Musikzug Westbevern-Dorf unter Leitung von Monika Grewe-Laufer. Bei geeigneter Witterung wird das Gnadenbild während der Prozession getragen.
Eine Tradition, die Menschen verbindet
Die Telgter Wallfahrt lebt von den Menschen, die sich auf den Weg machen – gemeinsam oder allein, aus Tradition oder aus persönlichem Anlass. Wenn am 31. Oktober die Lichter durch die Stadt ziehen, endet das Wallfahrtsjahr. Die Geschichte der Telgter Wallfahrt geht weiter.
Quellen und Bildnachweise
Historischer Hintergrund: Stadt Telgte – Wallfahrten. Leitwort und Veranstaltung: Telgter Wallfahrt – „Raum geben“ und Wallfahrtseröffnung und -abschluss. Die Prozessionsroute und musikalische Begleitung beruhen auf der der Redaktion vorliegenden Bestätigung.
Prozessionsaufnahmen: Bistum Münster / Bildarchiv, für die redaktionelle Verwendung freigegeben. Porträt: Akkon1190 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0; Originaldatei und Lizenzinformationen.
