Kinder & Familie · 14. Oktober 2026

Kindergartenplanung bis 2032: Was die Prognosen für Telgte und Westbevern zeigen

Weniger Ü3-Plätze in der Kernstadt, veränderte Gruppenstrukturen und neue Anforderungen durch Wohngebiete: Ein Blick in die offiziellen Planungsunterlagen.

Wie viele Kindergartenplätze werden in Telgte und Westbevern in den kommenden Jahren benötigt? Die Stadt Telgte hat dazu im Ausschuss für Generationen und Soziales am 8. Oktober 2026 Prognosen vorgelegt. Die Zahlen reichen bis zum Kindergartenjahr 2031/2032. Sie beschreiben eine mögliche Entwicklung – keine verbindliche Festlegung für alle kommenden Jahre.

Diese frühere Bestandsaufnahme hilft, die späteren Prognosen bis 2032 einzuordnen. Sie ist jedoch weder ein Beschluss über künftige Gruppenstrukturen noch ein Nachweis für das Beratungsergebnis vom 8. Oktober 2026.

Die Stadt beschrieb damals einen Überhang an Betreuungsplätzen. Zugleich verwies sie darauf, dass künftig insbesondere bei der Betreuung von Kindern unter drei Jahren (U3) durch neue Baugebiete wieder zusätzlicher Bedarf entstehen könnte. Als weitere Schritte wurden eine vertiefte Datenauswertung, die Entwicklung konkreter Szenarien und eine politische Abstimmung im Laufe des Jahres angekündigt.

Die langfristige Kindergartenbedarfsplanung war schon vor der Ausschusssitzung im Oktober ein Thema. Wie die Stadt Telgte am 30. April 2026 berichtete, hatten sich rund 25 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Kita-Trägern, Verwaltung und Jugendamtselternbeirat in einem Workshop mit der künftigen Kindertagesbetreuung beschäftigt. Ziel war eine gemeinsame fachliche Grundlage für weitere Planungen.

Bereits im April wurde über die Zukunft beraten

Bereits Anpassungen im Kindergartenjahr 2026/2027

Zum Kindergartenjahr 2026/2027 wurden in den Einrichtungen St. Barbara, Sternenzelt und Paul-Gerhardt-Kita Gruppenformen verändert. In der Kita Feuerbachstraße (Dependance Sparkasse) sowie in Wiesenhaus, Kinderwelt und Drostegärtchen wurden Gruppen oder Teilgruppen reduziert. Das geht aus der Sitzungsvorlage 4 2026/103 hervor.

Was die Prognosetabellen zeigen

Die folgende Tabelle zeigt ausschließlich die ausgewiesenen Ü3-Plätze in Kindertageseinrichtungen, also das Angebot für Kinder ab drei Jahren. Sie zeigt weder die Gesamtzahl aller Betreuungsplätze noch die Zahl der tatsächlich betreuten Kinder. Für 2026/2027 ist der Ist-Stand angegeben; die folgenden Jahre sind Prognosen.

Ü3-Platzangebot in Kindertageseinrichtungen
KindergartenjahrTelgte (Kernstadt)Westbevern
2026/2027 (Ist)489144
2027/2028468142
2028/2029434142
2029/2030434142
2030/2031434142
2031/2032434142

Quelle: Stadt Telgte / Kreis Warendorf, Anlage 2 zur Sitzungsvorlage 4 2026/103, Seiten 1–2. Prognosewerte ab 2027/2028.

Für die Kernstadt sieht die Tabelle damit von 2026/2027 bis 2028/2029 rechnerisch 55 Ü3-Plätze weniger vor. In Westbevern beträgt die Differenz zwei Plätze. Aus diesen Werten allein lässt sich nicht ableiten, wie viele Kinder künftig angemeldet sein werden oder welche Einrichtungen dauerhaft Gruppen schließen.

U3-Plätze entwickeln sich anders

Bei den Plätzen für Kinder unter drei Jahren (U3) zeigt die Prognose eine andere Entwicklung: In der Kernstadt werden für 2026/2027 insgesamt 185 U3-Plätze in Kitas ausgewiesen, für 2027/2028 sind es 190 und ab 2028/2029 jeweils 206. In Westbevern nennt die Tabelle zunächst 66 und ab 2027/2028 jeweils 58 U3-Kita-Plätze. Plätze in der Kindertagespflege werden in der Anlage gesondert ausgewiesen und sind in diesen Zahlen nicht enthalten.

2027/2028: Keine weiteren Gruppenschließungen erwartet

Die Verwaltung rechnet laut Vorlage für 2027/2028 voraussichtlich nicht mit weiteren Gruppenschließungen. Änderungen der Gruppenformen können dennoch notwendig werden, etwa in Wiesenhaus und Kinderwelt. Die Entwicklung bleibt von den tatsächlichen Kinderzahlen abhängig.

Wiesenhaus könnte ab 2028/2029 Krippenhaus werden

Ab 2028/2029 könnte das Wiesenhaus stärker auf die Betreuung jüngerer Kinder ausgerichtet werden. Als mögliches Modell nennt die Verwaltung drei Gruppen der Gruppenform II und eine Gruppe der Gruppenform I. Viele Kinder würden dann nach dem dritten Geburtstag in eine andere Einrichtung wechseln. Das ist eine Planungsoption, keine durch die vorliegenden Unterlagen bestätigte endgültige Entscheidung.

Westbevern mit eigener Bedarfslage

Die Planungsunterlagen betrachten Westbevern getrennt von der Kernstadt. Das Schreiben des Kreises Warendorf vom 22. Juli 2026 beschreibt im U3-Bereich für 2027/2028 eine geringfügige Überbelegung von bis zu fünf Plätzen als notwendig. Die tatsächliche Versorgung hängt von den Anmeldungen und der Altersstruktur ab.

Telgte-Süd und die Unsicherheit langfristiger Prognosen

Neue Wohngebiete, insbesondere Telgte-Süd, können zusätzlichen Betreuungsbedarf auslösen. Wann und in welchem Umfang Familien mit kleinen Kindern zuziehen, lässt sich heute nicht genau vorhersagen. Auch Geburtenentwicklung und gesetzliche Rahmenbedingungen können die Bedarfsplanung verändern. Deshalb sind die Werte bis 2032 als fortzuschreibende Prognosen zu lesen.

Einordnung

Die Unterlagen zeigen keine einfache Entwicklung nach dem Muster „überall weniger Plätze“. Der Bedarf unterscheidet sich nach Altersgruppe und Ortsteil. Während die Prognose in der Kernstadt weniger Ü3-Plätze ausweist, könnte die U3-Betreuung dort ausgebaut werden. Ob die Planungsannahmen eintreffen, muss anhand der tatsächlichen Anmeldungen regelmäßig geprüft werden.

Amtliche Originalquellen

Redaktionsstand: 14. Oktober 2026. Die hier dargestellten Prognosen sind nicht mit einem bestätigten Beschluss über sämtliche künftigen Änderungen gleichzusetzen. Ein veröffentlichtes Beratungsergebnis zu den betreffenden Tagesordnungspunkten lag bei dieser Auswertung nicht vor.